Sonntag, 9. August 2015

Mein gamescom-Highlight - Kingdom Come: Deliverance


Wir begeben uns auf eine kleine Zeitreise in das Europa des 15. Jahrhunderts. Nach dem Tod Kaiser Karls IV. herrschte sein ältester Sohn Wenzel über das Reich. Doch mit seiner brutalen und unfähigen Regierungsweise zog er den Zorn des deutschen und böhmischen Adels auf sich. Die Kurfürsten nutzten ihre Macht und wählten ihn als römisch-deutschen König ab. So klammerte sich Wenzel an die ihm verbliebene böhmische Krone. Jedoch auch dort schlugen ihm heftige Widerstände von Seiten seines Cousins Jobst von Mähren und des Adels entgegen, sodass sich Wenzel gezwungen sah, seinen Bruder Sigismund, König von Ungarn und Kroatien, um Hilfe zu bitten. Dieser versprach ihm nicht nur die Sicherung seiner Macht in Böhmen, sondern auch den Rückgewinn der Herrschaft über das Heilige Römische Reich. Doch die Zeit verging und Sigismund beutete das reiche Land aus, ohne seinem Bruder zu helfen. Empört darüber, wehrte sich Wenzel, doch er wurde von Sigismund gefangen gesetzt und nach Österreich verband. Nachdem Jobst von Mähren erkannte, dass Sigismund eine noch größere Gefahr war als sein unfähiger Bruder, kam es zum Kampf zwischen böhmischen und ungarischen Truppen. 


Anno domini MCDIII - Wir schreiben das Jahr 1403. 
Als Heinrich, der junge Sohn eines Schmieds, erlebst du diese gefährliche Zeit. Nachdem dein Heimatdorf von ungarischen Söldnern niedergebrannt wurde, schließt du dich als einer der wenigen Überlebenden Lord Radzig Kobyla an, der einen Widerstand gegen Sigismunds Truppen formiert. Schon bald darauf findest du dich in einem blutigen Bürgerkrieg um die Vorherrschaft in Böhmen wieder. 


Kingdom Come: Deliverance von dem tschechischen Entwicklerstudio Warhorse Studios ist ein mittelalterliches Open-World-RPG, dass den Anspruch hat, ein weitestgehend realistisches Bild der Zeit und des Ortes wiederzugeben. Und damit hat es mich gepackt! Reale Geschichte zum Spielen finde ich unglaublich reizvoll und ein viel zu vernachlässigtes Element in Videospielen. Ich bin sehr gespannt, wie Dörfer und Landschaften dargestellt sind. Angeblich haben die Grafiker ein Gebiet von 16 km² des damaligen Böhmens erkundet und fotografiert, um dieses realitätsgetreu in das Spiel einzubauen und es für die Spieler komplett erfahrbar zu machen. Und auch die Geschichte selbst wird nah an der Realität bleiben. Natürlich wird es fiktive Handlungsstränge und Charaktere geben. Zum Beispiel habe ich keine Informationen zu einem Radzig Kobyla gefunden. Aber die Entwickler müssen schließlich auch für ein spannendes Spielerlebnis sorgen und meine Erwartungen an das Spiel bleiben sehr hoch.

Hinzu kommt, dass es als Einzelspieler-RPG mit einer nichtlinearen Geschichte und sich dynamisch entwickelnde Charaktere wirbt. Zudem soll das Kampfsystem realistisch gestaltet sein. Ein Schwertstreich saust somit nicht einfach durch den Körper des Gegners, wie bei vielen anderen Spielen, sondern das Schwert prallt richtig von der Rüstung und dem Schwert ab und verlangt damit vom Spieler ein ganz neues taktisches Denken. Ein natürliches Kampfverhalten soll gefördert werden. Kein Wunder also, dass es für nur eine Waffe bis zu 2000 Animationen brauchte. Außerdem soll es keine Lebenspunkte geben. Nur die Rüstung und das Kampfgeschick verhindern ein frühzeitiges Ableben. So reicht wie in der echten Welt auch nur ein Pfeilschuss aus, um zu töten. 

Zurzeit befindet sich das Spiel noch in der Alpha, jedoch sah es rein optisch schon sehr gut aus, auch wenn noch einige Animationen fehlten. Ich bin unglaublich gespannt auf das Spiel, das im Sommer 2016 für PC, Xbox One und PS4 erscheinen soll.

Kommentare:

  1. Oh, das hab ich gar nicht gesehen, klingt aber fantastisch!
    Vor allem waren wir ja gerade erst in Prag, insofern ist es natürlich besonders spannend :)
    Merk ich mir auch vor!
    Liebe Grüße!

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    1. Hey Carolin! :-D Für mich war das Spiel auch eine Überraschung. Hatte davon nichts gehört, bis ich plötzlich in einer Präsentation saß. Und wenn man sich noch ein wenig in dem Gebiet auskennt, könnte das wirklich noch viel interessanter sein. :-D

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    2. Ich bin ja auch Einzelspiel-Fan, muss ich zugeben. Klar, ab und zu darfs auch mal was mit meinem Mann sein, aber so ein Abenteuer für mich - nicht online - ist auch mal toll :D

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    3. Kann ich verstehen. Kämpfe mich da auch lieber als Einzelspieler durch. Man ist unabhängiger und entgeht so auch der ein oder anderern Torfnase. ;-)

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  2. Du hast doch keine Ahnung! ;)
    http://zockworkorange.com/gamescom-2015-kingdom-come-deliverance/

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  3. Ein ausgezeichneter Artikel, sehr schön recherchiert und geschrieben. :)

    Ich habe aber noch ein paar kleine Infos zum Spiel. Radzig Kobyla ist die historische Figur des Ritters Racek Kobyla aus Dvorce. Der Name wurde für die Übersetzung anders geschrieben, da es sich eben nicht "Rakek" spricht, sondern das C eine weichere Aussprache hat, und so wurde aus Racek dann Radzig, um dem Klang des Namens in der Übersetzung Näher zu kommen.
    Die meisten Quellen zu diesem Ritter sind natürlich in Tschechisch gehalten, doch wenn man sich seine Geschichte etwas genauer anschaut, dann erfährt man dadurch automatisch viel über das Spiel.

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    1. Vielen Dank für die Information! Und auch wenn es mich nun reizt, ein wenig mehr über Racek Kobyla zu erfahren, werde ich mich wohl zurückhalten. Sobald das Spiel erscheint, lasse ich mir einfach von diesem die Geschichte um den Lord erzählen. Ich bin sehr gespannt. :-)

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  4. Wow, danke für diesen Tipp. Ich werde mir dann wohl nächstes Jahr 'ne PS4 zulegen müssen. :) Als Mittelalter-Reenactor und Schwertkämpfer macht mir das den Mund sehr wässrig!

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    1. Hehe, geht mir da ganz genauso wie dir! ;-) Und du müsstest dann ja auch erkennen, ob der Schwertkampf wirklich realistisch ist!

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