Donnerstag, 17. Oktober 2013

Rainy Days #1: Schlechtes Gewissen

Regenmonster
Ist es nicht faszinierend, dass eine Gesellschaft, die das Schönheitsideal von dünnen Menschen propagiert, gleichzeitig Fast Food und Süßkram in den abartigsten Formen und Mengen produziert? Schon ein Stück Schokolade erzeugt ein schlechtes Gewissen, bei Frauen und Männern. Das erzeugt Frust. Und man isst noch mehr. (Oder gar nichts mehr.) Ein Teufelskreis.

Kommentare:

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    1. Motivation und Wille sind da! Gogo! xD

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  2. Ich finde das so traurig. Bei Shopping Queen hatte die eine Kandidatin letzte Woche eine ganz tolle Torte in Handtaschenform und das erste was alle dazu gesagt haben war "Oh so viele Kalorien..." und "Das geht direkt auf die Hüfte" etc. Das geht mir echt auf den Keks. :/

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    1. Ja, und warum? Weil in unserer Gesellschaft im Grunde nur eine Körperform für Frauen "zugelassen" ist, wobei Bloggerinnen wie du da ja schon gegen ankämpfen. Ist ja auch alles kein neues Thema. Was mich nur persönlich stört: Ich sag zwar, dass man doch so aussehen soll, wie man sich wohl fühlt. Aber in mir selbst steckt genauso dieses "schlechte Gewissen", gegen das ich manchmal nicht ankomme, wie wohl in vielen anderen Frauen auch. Ich glaube, es wird noch viel Zeit brauchen, bis das, was man sagt, und das, was man wirklich denkt, im Einklang stehen.

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    1. Ja, und leider ein unterbewusst selbst erzeugter. Wenn man ohne schlechtes Gewissen einfach das erste Stück genießen könnte, würden viele vermutlich gar nicht erst zum zweiten greifen.

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  4. Naja, wir leben in einer Überflussgesellschaft.
    Die Lebensmittelindustrie macht in unserem kapitalistischen System eben keinen Gewinn, wenn sie mit Maß und Gesundheit und Verzicht auf Fett + Zucker werben würde.
    Sondern nur in dem sie immer mehr und immer zu viel produziert. (Weihnachtsnaschzeug im Septemper.. nee, is klar.)

    Schau dir die Reaktionen an, wenn für einen vegetarischen Tag geworben wird. ("Ökodiktatur" "Ich lass mir mein Fleisch nicht nehmen")
    Dabei würde einmal die Woche Fleisch vollkommen ausreichen.

    Und auch sonst gibt es von allem zu viel.

    Da erfordert es Disziplin nicht bei allem zuzugreifen und so viel in sich reinzustopfen wie möglich.
    Eigentlich ist der Mensch dazu nicht gemacht und genau das macht die Frau in xxs-Format wohl auch zum aktuellen Ideal.
    Weil sie am Süßigkeitenregal vorbeigehen kann. Und du nicht.
    (damit meine ich nicht - dich - im speziellen ;))

    Es kann helfen, einfach mal den Fernseher auszulassen.

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    1. Ansolut! Wenn man bedenkt, dass wir regelrecht "süchtig" gemacht werden, weil mittlerweile überall Zucker drin steckt, ist das wirklich erschreckend.

      Aber ist es nicht auch falsch gedacht, dünnen Menschen Selbstdisziplin anzudichten und dickeren Menschen nicht? Scheinbare Selbstdisziplin kann sich auch einfach nur als Gruppenzwang, Angst vor Ausgrenzung und Mobbing, Krankheit oder Sucht entpuppen. Zudem ist nicht jeder Körper rein genetisch für eine XXS-Form ausgelegt. Diesen Menschen würde man ziemlich unrecht tun, wenn man ihnen einfach nur mangelnde Selbstdisziplin vorwirft. Allein diese Denkweise zeigt doch, wie sehr wir manipuliert werden. Wir verbinden Dünn sein mit Stärke und Dick sein mit Schwäche.

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  5. ich glaube es ist "in" schlank zu sein WEIL es so viele verführungen gibt. wenn schlank sein jeder könnte, weil es eben eh kaum was zu essen gibt, es also leicht wäre, dann wäre es nix besonderes mehr.

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    1. Ja, vermutlich.

      Wenn man es rein historisch betrachtet, wurden Schönheitsideale und Trends, aber nur von den Reichen und Adeligen vorgegeben, um sich vom "einfachen Volk" abzugrenzen. So war es zum Beispiel in vorindustrieller Zeit schön, helle Haut zu haben, weil es bedeutete, dass man nicht in der heißen Sonne schuften musste. Nach der Industrialisierung konnte das einfache Volk dies "imitieren". Also schwangen die Reichen um auf gebräunte Haut, weil dies bedeutete, dass man nicht in Büros und Fabriken arbeiten musste, sondern seine freie Zeit in der Sonne verbringen konnte. Beim Gewicht ist es ähnlich. Damals bedeutete ein dicker Bauch noch Wohlstand. In einer Überflussgesellschaft, in der auch das "einfache Volk" sein Wohlstandsbäuchlein haben kann, ist es natürlich das Schlanksein, was propagiert wird.

      Schönheitsideale zeigen immer den Trend einer Elite, die es sich (meist finanziell) leisten kann, sie zu verwirklichen.

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