Montag, 20. Mai 2013

[Buch] Andreas Gößling: Voodoo. Götter, Zauber, Rituale

Quelle
Genre: Sachbuch, Esoterik
Format: Gedruckte Version, ebook
Orginalsprache: Deutsch
Verlag: dotbooks Verlag
Seitenanzahl: 272
Gelesen als: ebook, Deutsch

Per Newsletter informierte der dotbooks Verlag über sein neues Sortiment und erwähnte dabei auch, dass Blogger sich gerne für Rezensionsexemplare melden können. Das Buch von Andreas Gößling über den Voodookult machte mich neugierig, also probierte ich es aus und so kann ich euch nun das ebook vorstellen.

Der Titel "Voodoo. Götter, Zauber, Rituale" beschreibt im Grunde schon sehr umfassend, um was es in diesem Sachbuch geht. Gößling erzählt davon, dass die Wurzeln des Voodoo in der alten, afrikanischen Vodun-Religion liegen, die durch den Sklavenhandel im 16./17. Jahrhundert nach Haiti gelangte. Dort vermischte sich dieser Glaube nicht nur mit anderen Religionen und Kulturen, sondern auch mit dem intensiven Wunsch der dortigen Sklaven nach Freiheit. Auch die sehr umfangreiche Götter- bzw. Geisterwelt (Loas) sowie Beschreibungen zu den verschiedensten Ritualen, werden in diesem Buch behandelt.

Meine einzigen Berührungspunkte mit Voodoo sind im westlichsten und kommerziellsten Sinne zu verstehen. Neben kleinen, bunten Püppchen mit Plastiknadeln, die man in Krimskramsläden direkt neben den "So backe ich mir meinen Traummann"- Dosen findet, kenne ich diesen Kult eigentlich nur durch Computerspiele wie "Monkey Island". Aus diesem Grund fand ich es interessant, die Möglichkeit zu bekommen, mehr über diesen fremden Glauben zu erfahren. Der Anfang des Buches war dabei auch sehr hilfreich. Die historische Entwicklung ist faszinierend und fügt die vielen kleinen Halbwahrheiten, die man glaubt über Voodoo zu wissen, zusammen. Jedoch ab der Hälfte des Buches rutscht das Sachbuch langsam in den esoterischen Bereich. Neben Warnungen des Autors, man möge sich von dunkler Magie fernhalten, da man den negativen Einfluss der Geister fürchten müsse, werden detailiert Rezepte und Zauberformeln vermittelt, die gerne auch mal "Jungfrauenblut" und "Tieropfer" beinhalten. Anschließend wird die Schaffung eines "Zombies" umfassend beschrieben, was das Buch dann auch ein wenig abrupt beendet.

Nach einem interessanten Einstieg scheint Gößling im Laufe seines Buches an Objektivität zu verlieren, weshalb ich mir nicht sicher bin, inwieweit ich "Voodoo. Götter, Zauber, Ritual" noch als Sachbuch bezeichnen würde. Diese fehlende Distanz wird vielleicht dadurch erklärt, da der Autor auch fiktive Romane zu diesem Thema schreibt. Zudem fehlen dem Buch aus meiner Sicht eindeutig Bilder bzw. Abbildungen, um sich bestimmte Dinge besser vorstellen zu können oder zumindest ein Bild davon zu bekommen, wie sich Voodoo-Anhänger bestimmte Dinge vorstellen. Außerdem würde dem Buch meiner Meinung nach ein Blick auf den Voodoo-Kult aus phsychologischer Sicht nicht schaden. "Besessenheit" war mir hin und wieder zu oberflächlich, um Handlungen wie brutale Tier- und Menschenopfer hinreichend zu erklären. Interpretationen oder Versuche einer rationalen Begründung wären manchmal hilfreich gewesen und hätten mehr erklärt, als die bloße Aussage, dass man es zum Gefallen der Loas tat. Vor allem "Ungläube" bleiben da doch ein wenig skeptisch zurück. Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass das Orginal des Buches bereits 1999 unter dem Pseudonym Pietro Bandini erschienen ist.

Bewertung: xx
Fazit: Das Buch bietet faszinierende Einblicke in einen fremden Kult, jedoch mangelt es ihm hin und wieder an Objektivität, Bildern und Interpretationsversuchen.

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