Dienstag, 26. März 2013

[Buch] Michael Meisheit: Irgendwas ist immer. Mein Tag-e-Buch


Genre: Tagebuch, Erfahrungsbericht
Format: ebook
Orginalsprache: Deutsch
Verlag: Kindle Edition
Seitenanzahl: 121
Gelesen als: ebook, Deutsch

Nun habe ich mich zum ersten Mal an eine Leserunde bei lovelybooks gewagt und durfte mich bei der Runde um "Irgendwas ist immer" von Michael Meisheit beteiligen.  Ein humorvolles Tagebuch als günstiges ebook. Hört sich doch gut an!

Dieses Buch ist eine Textsammlung aus Michael Meisheits Zeit bei der jetzt.de-Community von 2002 bis 2005. Der Autor erzählt in 37 kurzen Kapiteln von alltäglichen Erfahrungen und der Suche nach der Liebe. Dabei benutzt er verschiedene Textformen wie Dialoge mit fiktiven Figuren (z.B. Armor) oder er beschreibt einfach nur das Erlebte wie in einem Tagebuch .

Leider war mir das Buch etwas zu... belanglos. Es passiert einfach nichts besonderes. Sogar der etwas ungewöhnliche Besuch eines Kinos auf einem Scientology-Schiff endete damit, dass der Autor... einen Film gesehen hat. Als einziger Höhepunkt kristallisierte sich das Verschwinden der Begleitperson heraus, die einfach nur etwas länger in der Schlange vor den Toiletten verbracht hat. Trotzdem gab es auch einige humorvolle Kapitel, mit denen sich eigentlich jeder identifizieren kann. So kenne ich sehr gut das Gefühl, wenn ein freundlicher Nachbar an einem Samstagmorgen um 8 Uhr scheinbar beschließt, mit seinem Schlagbohrer Luftlöcher in seine Wand zu bohren. Nur waren es beim Autor eine Horde Handwerker und Renovierungsarbeiten an einer Hausfassade.

Die Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Teilweise bestehen Kapitel nur aus Aufzählungen und Stichwörtern. Hin und wieder benutzt der Autor zudem ein sehr irritierendes "wir", bei dem sich erst einige Zeit später herausstellt, wer denn diese ominöse zweite Person eigentlich ist. Wobei es sich entweder um "Tom" oder seine namenlose große Liebe handelt. Die Suche und das Finden der Letzteren könnte man dabei als roten Faden bezeichnen, denn dieses Thema ist sehr dominant. Das Buch schließt dann mit einem etwas irritierenden Kapitel aus dem Jahr 2013, dass aus einem Interview zwischen dem Autor und dem Protagonisten aus Meisheits Buch "Soap" besteht. Ich glaube, ich hätte es lustiger gefunden, wenn ich das Buch gekannt hätte.

Insgesamt lässt sich wohl sagen, dass "Irgendwas ist immer" wohl für Leute interessanter ist, die Michael Meisheit als Autor der Lindenstraße kennen und einen ähnlichen Humor haben. Ich selbst kann wohl nur zu dem Schluss kommen, dass (für mich) nicht jeder private Blog zu einem Buch taugt, egal wie sehr mit den Textsorten und fiktiven Elementen gespielt wird. Dem Buch fehlt (für mich) ein wenig mehr Tiefgang, Persönlichkeit und Außergewöhnlichkeit, um aus der Masse herauszustechen. Und wie immer gilt: Humor ist einfach Geschmackssache!

Bewertung: xx
Fazit: Eine nette Textsammlung für Zwischendurch, die jedoch (aus meiner Sicht) einige Mängel aufweist.

Kommentare:

  1. Sehr schöne Buchrezension! Kann deine Argumente gut verstehen :) Ich denke, dass das Buch mich auch nicht ansprechen würde.

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  2. Was ich sagen möchte, könnte ich jetzt noch einmal in leicht abgewandelte Sätze fassen, doch so ist es einfacher: Was Flügelchen sagt! ;)

    Zum Glück musstest du durch die Leserunde bei lovelybooks nichts dafür ausgeben oder verstehe ich das gerade falsch?

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    1. *hehe* Energiesparend! ;-)
      Und ja, ich musste nichts bezahlen, weil der Autor das ebook an alle Interessierten (bei der Runde waren nicht alle Plätze vergeben) verschickt hat. Aber es kostet auch nur 1,11€ und wäre somit auch kein Drama gewesen. ;-)

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  3. Ich denke, wenn man weiß, dass man einen Blog ließt, hat man auch (kaum) Erwartungen an Tiefgang und Persönlichkeit.. bei einem Buch, sei es nur ein Ebook, ist es natürlich etwas anderes. Schöne Rezension!

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    1. Es kommt drauf an. Ich bevorzuge Blogs, die Persönlichkeit und eventuell auch mal Tiefgang haben. Und es gibt sicherlich den ein oder anderen Blog, der eindeutig Buch-Potential besitzt.
      Trotzdem gebe ich dir recht: An ein Buch/ebook hat man größere Erwartungen als an einen Blog. Ein Blog hat meist etwas "flüchtiges", ein Buch strahlt etwas "beständiges" aus. Da fragt man sich schon mal eher, ob sich die Publikation der Texte wirklich gelohnt hat. Und ich würde bei diesem Buch einfach sagen: nein. Wobei mein Urteil vermutlich auch kein anderes gewesen wäre, wenn ich die Texte nicht als ebook, sondern im Blog gelesen hätte. :-/

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    2. Aber du meintest, du hättest "Soap" gelesen. War das Buch denn gut? :-)

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