Montag, 11. Juni 2012

[Projekt 52] 22 Mit Kinderaugen

xx
Irgendwie habe ich es mir als Kind immer ganz anders vorgestellt, "Erwachsen" zu sein. Erwachsene sind vernünftig und selbstbewusst. Außerdem haben sie einen Job und Geld und Verantwortung. Und natürlich dürfen sie alles und wissen alles besser. Mittlerweile zähle ich mich selbst zu der Gattung "Erwachsene" und weiß: alles Blödsinn! Die heutigen Erwachsenen sind meist nur große Kinder. Nur leben sie es anders aus.

Kommentare:

  1. Das Bild und der Text passen gut zusammen :) Ich zähle auch zu den "Erwachsenen". Habe aber auch schon Reden geschwungen, die mit "Wenn ich einmal erwachsen bin.." begonnen. Nun - war sehr erheiternd.

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    1. Danke!
      Ich hab aber auch immer noch hin und wieder da Gefühl, dass ich "noch erwachsen werden muss". Ich befürchte, dass wird auch noch ein paar Jahrzehnte so bleiben. ;-)

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  2. Wie wahr!
    Das Bild ist süß geworden und passt perfekt zum Text.

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  3. Oh wie süß! Erinnert mich ein bisschen an Alice im Wunderland ...

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    1. Aber Alice hat nicht so grummelig geguckt. ;-)

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  4. Ist es nicht toll, heute erwachsen zu sein? Ich fühle mich kein bisschen eingeschränkt und so jung wie eh und je (von ein paar schmerzenden Knochen nach dem Basketball vielleicht mal abgesehen!). Ich hab das Gefühl, mich entfalten zu können wie ich möchte und so ziemlich jeder meiner Mitmenschen unterstützt mich dabei und schätzt mich wert.

    Gleichzeitig mache ich aber auch die Beobachtung, dass sich sehr viele schon besonders früh in eine Erwachseneit hineinbegeben, ohne ihre eigene Kindheit wirklich ausgelebt zu haben. Sicher auch aus einer Not heraus versucht man, möglichst früh irgend einen naheliegenden Abschluß zu machen, sich Geld zu verdienen um sich davon ne Wohnung oder ein Haus leisten zu können und seine Familie (die man dann auf einmal schon hat) zu ernähren. Das sind natürlich keine schlechten Sachen, aber es schränkt dieses fantastische Leben so maßgeblich mit ein und beraubt einen von sovielen Erfahrungen, die man noch machen kann und zu denen einem die Familie nur schwer kommen lässt. In Yalom's "Die Liebe und ihr Henker" steht im Vorwort, dass man als Mensch nur sehr selten die Möglichkeit bekommt, sich mit dem Alleinsein auseinanderzusetzen. Man ist immer umgeben: von Freunden, von Familie, vom Partner, von den Kindern. Wenn man dann alt ist und das gesamte soziale Umfeld auf einmal ausdünnt, ist man wie unter Schock und weiß mit dieser (dann) unerträglichen Einsamkeit gar nicht umzugehen. Ein interessanter Blickwinkel, den ich so gar nicht gesehen habe.
    Das soll jetzt aber kein Plädoyer für allein sein sein, sondern viel eher das bewahren des eigenen Kindseins. Die "Erwachsenenwelt" kann warten (oder mir ehrlich gesagt ganz gestohlen bleiben :D ).

    Ein paar tolle Gedanken mit einem herrlichen Bild, es sieht aus, als würde sie (du?) diese ganze Erwachsenenwelt mahnend in Frage stellen, schockiert vor den Unsinnigkeiten sozialer Verpflichtungen.

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    1. Ich glaube nicht, dass sich die Kindheit heutzutage verkürzt hat. Eher im Gegenteil. Damals war ein frühe Heirat und das Kinder kriegen keine Seltenheit. Auch das Berufsleben bzw. das Übernehmen von Verantwortung begann viel früher als heute. Erst später gewann das "Ausleben der Kindheit" an Bedeutung. Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht eine positive Entwicklung ist.
      Das Kinder "Erwachsen" sein bzw. wirken wollen, finde ich auch nicht ungewöhnlich. Es kommt nur darauf an, wen sich Kinder als Vorbild nehmen.

      Ich bin immer für ein "gesundes" Ausleben, der eigenen Kindlichkeit. :-)

      Und das hast du schön ausgedrückt. Wobei du mehr in das Bild interpretierst, als ich mir dabei gedacht habe. Aber ist das nicht immer so? Also werde ich mich hüten, meine Intention zu konkretisieren. ;-)

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    2. Ich wollte damit auch nicht sagen, dass sich die Kindheit heute verkürzt, mir ging es eher darum, dass sich Leute im Grunde freiwillig früh in sie hineinbegeben, ohne den Moment auszukosten. Und irgendwann kann man nicht mehr zurück (oder es wirkt infantil).


      Und ja, wahrscheinlich sagt ein Bild über den Betrachter mehr aus als über den Maler. Ich wollt eigentlich nur sagen, dass ich es super finde. :D

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    3. Ja, da man heutzutage die Möglichkeit hat, einfach nur "Kind" zu sein, sollte man das auf alle Fälle auskosten. Nur leider kommt die Erkenntnis ja meist erst, wenn es zu spät ist. Und ich glaube nicht, dass man Kindern das wirklich klar machen kann, die ihre Eltern (oder ältere Geschwister) ja meist einfach nur imitieren, um genauso "cool" zu sein. :-)

      Und danke! :-D

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