Mittwoch, 8. Februar 2012

[Projekt 52] 06 Typisch Mann/Frau

xx

Hilfe, der Himmel fällt uns auf den Kopf! Schweine lernen fliegen! Und Frauen lernen endlich einparken, während Männer die Kunst des Zuhörens perfektionieren.
Warum?
Ich kenne einen Kerl mit einem Schuh-Tick! Eine Freundin von mir, die Automobilkauffrau ist, findet das auch sehr merkwürdig. Schließlich ist das ja so gar nicht "typisch Mann". Der muss doch grunzend an seinem einzigen Paar Turnschuhe nagen, während Frau sich die zehnte Schicht Nagellack aufträgt, gleichzeitig kocht, näht und ein Kind gebiert. Oder?

Ganz ehrlich: Was bedeutet schon "typisch"? Und was passiert, wenn man seinem eigenen Rollenklischee nicht entspricht? Nur weil irgendwelche Menschen aus geraumer Vorzeit bestimmte Eigenschaften und Tätigkeiten einem Geschlecht zugeordnet haben, bedeutet es nicht, dass man sich nur die "passenden" aussuchen darf. Und sobald wir endlich merken, dass nichts "typisch" ist, werden wir auch viel freier miteinander umgehen können. Aber ich glaube, wir sind da auch schon auf einem ganz guten Weg. :-)

Kommentare:

  1. Ohje, zu typisch und untypisch finden sich auch immer wieder eine Menge Kommentare.. ich kann nur von mir sagen, dass ich grundsätzlich mit Männern besser funktionieren kann als mit Frauen - ob das nun typisch ist oder nicht, keine Ahnung. Bei Männern (habe ich den Eindruck) gibt es einfach erheblich weniger Falltüren als bei Frauen, auf die man treten kann, und das erleichtert das Leben ungemein. Und ich versuche auch, selbst so wenige Falltüren wie möglich zu bieten, einfach der Fairness halber..

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    1. Das höre ich hin und wieder mal, dass Frauen mit Männern besser zurecht kommen. Ich kann das für mich gar nicht so genau sagen. Ich komm sowieso nur mit einer bestimmten Sorte Mensch wirklich gut zurecht. Da ist mir das Geschlecht egal. :-)

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  2. Wenn man seinem eigenen Rollenklischee nicht entspricht, erntet man oft Verwirrung. :D Erlebe ich selbst recht oft. Ich bin nämlich offenbar so wenig "typisch Frau", dass ich mir manchmal selber komisch vorkomme. :D

    LG,
    Monster-Kollegin

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    1. Ich glaube, nicht nur Verwirrung. Das kann regelrecht Hass schüren. Das Wort "schwul" ist nicht umsonst zu einem Schimpfwort für "zu weibliche" Männer mutiert. :-/

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  3. Ich habe mich nach dem Lesen des Textes schon gefragt, wieso du dieses Thema anschneidest. Bis ich dann den Titel richtig gelesen habe, das gute Projekt 52. :)

    Ich kann mal sagen, dass diese Klischees und Stereotypen ja zur genüge existieren, da wird man ja auch oft hineingeboren oder zu einer bestimmten Rolle erzogen, in Kulturen und Religionen. Es gibt halt genau DIE Männer und DIE Frauen, so wie sie in eine stereotype Rolle passen. Dennoch find ichs super, wenn Geschlechter aus den Rollen fallen, macht ja auch mehr Spaß. :D
    Ich habe viele Frauen in meinem Freundeskreis, die mit Männern viel besser auskommen als mit Frauen. Dennoch gibt es halt diese spezifischen, weiblichen Dinge die sie halt auch unter Frauen machen. Das ist ja auch bei Männern nicht anders. Wenn ich nur mit Männern rumhängen würde, oder etwas unternehmen würde, würde ich sicher mit der Zeit abstumpfen. Ich hab ne Freundin mit der ich wunderbar Splatter- und Gore-Horrorfilme gucken kann und nen Kumpel mit dem ich gerne "Einkaufen" gehe. Es kann da Vorteile für beide Geschlechter haben. :)

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    1. Mh, ich finde das etwas schwierig. Es geht mir ja nicht darum zu sagen, dass Frau nicht nur was mit Frauen unternehmen sollen. Und Männer mit Männern. Und wenn es dann auch noch Klischeehaft ein Shoppingtrip bei den Damen und ein Fussballabend bei den Herren ist, soll mir das ebenfalls recht sein. Es gibt ja vielleicht Freundeskreise, bei denen sich das wirklich so aufteilt und wo sich alle beteiligten mit am wohlsten fühlen.

      Die Gefahr ist nur, dass man durch diesen in der Gesellschaft festgesetzten Gedanken, dass das "typisch" wäre, alle unter einen Hut kehrt. Wie du selbst so schön sagtest, ist vieles durch Rollenbilder geprägt, die wir unterbewusst durch die Erziehung, das Umfeld, etc. eingetrichtert bekommen. Ab einem gewissen Alter kommt auch noch Gruppenzwang hinzu. Das heisst, wir legen uns traditionell selbst Regeln auf und untermauern die durch abwertende Begriffe wie "typisch".

      Ein Schuhtick ist "typisch Frau"? Was macht dann ein Mann, der einfach gerne Schuhe kauft und trägt? Während das bei der Frau akzeptiert und belächelt wird, ist der Mann direkt "schwul". Würden wir den Gedanken, dass etwas Geschlechtstypisch ist, aus den Köpfen herausbekommen, dann könnte man auch selbst viel freier leben. Aber ich glaube, dass sich diese Strukturen langsam auflösen werden. :-)

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  4. Schöne Worte ...
    Am Ende soll jeder sich das suchen, was zu einem selbst passt. (^_~) Das kann einem Klischee entsprechen, muss aber nicht. Ich bin da auch für mehr Offenheit und offenes Denken!

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    1. Danke. :-) Ich hoffe einfach, dass bestimmte Eigenschaften und Handlungen irgendwann erst gar nicht mehr als Klischee angesehen werden, sondern einfach als zum jeweiligen Individuum zugehörig.

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  5. Typisch sind doch die Sachen, die einfach eine Kontinuität in der Wahrnehmung erzeugen. Männer haben öfter ausgeprägte Muskeln als Frauen -> Kategorie: Männer sind stärker.

    Diese Klichees sind zuerst einmal eine Möglichkeit, Realität runterzubrechen auf bekannte Strukturen und entlasten auf diese Art und Weise den Alltag. Das damit eine Erwartungshaltung sowie eine geistige Abneigung gegenüber jenen entsteht, die sich dieser Vorstellung nicht anpassen, denken die meisten Menschen halt nicht mit. Wie Pete und viele andere Kommentare ja sagen, ist das eine kulturell überformte Erwartungshaltung, die leider nicht so einfach zu durchbrechen ist und ganz schön fiesen psychischen Druck für jene Menschen aufbauen, die sich dem nicht anpassen. Man muss ja nur mal die unzähligen Seiten des Internets anschauen, die sich mit dem Body-Maß-Index befassen und all diese propagierten "Normalitäten" (Durchschnittliche Dauer von Sex, wieviel darf ich essen usw.). Das finde ich alles höchst problematisch, liegt aber erstmal daran, dass der Mensch dazu neigt, immer Komplexität zu reduzieren und nach etwas vertrautem zu streben, und das ist nunmal das "Normale", jenes, welchem man am häufigsten im Alltag begegnet.
    Das kann man zwar überwinden, bedarf aber viel Irritation und den Willen, sich damit überhaupt auseinanderzusetzen.

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    1. Ich muss sagen, dass ich körperliche Eigenschaften nicht mit dem Wort "typisch" bezeichnen würde. Natürlich gibt es Dinge, die Mann und Frau rein körperlich unterscheiden, aber von denen spreche ich nicht. :-)
      Ich meine eher so Klischees wie Frauen können nicht einparken und Männer nicht zuhören. Trifft man dann gerade auf die eine Person von hunderten, auf die das zutrifft, folgt sofort ein entnervtes "typisch Mann" oder "typisch Frau". Aber im Grunde hast du das sehr gut auf den Punkt gebracht. Es ist eine propagierte Normalität, die auch noch von Generation zu Generation weitergegeben wird. Aber ich bin guter Hoffnung, dass wir alle immer offener werden und uns irgendwann von diesen "Regeln" befreien werden. :-)

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    2. Ich frage mich halt, ob körperliche Eigenschaften nicht auch einfach in jene Frage nach typischen Eigenschaften zählen. Wenn eine Frau einen kleinen Busen hat, ist es auf einmal untypisch und umgekehrt. Es sind Erwartungshaltungen, die ein Vorurteil bilden gegenüber einem eigenständigen, denkenden Subjekt. Das find ich immer höchst problematisch. Eine Frau, die Leistungssport macht und dadurch vielleicht muskulöser als die meisten Menschen ist, belegt man ja auch sofort mit allerhand Vorurteilen...

      Und ich glaube, die Befreiung von diesen Regeln ist bitter nötig, erfordert aber viel viel Aufklärung und natürlich auch Interesse bei jenen, die sich mit sowas eigtl. nicht auseinander setzen. Neurophysiologisch betrachtet kann man das jedenfalls lernen, also das Hinterfragen von Vorannahmen, aber zu erst einmal ist es ganz normal, diese Annahmen zu machen und damit in die Welt zu gehen. Es ist im Grunde ein Kampf gegen Windmühlen.

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  6. schöner beitrag ;)
    Das sehe ich ganz genauso!
    Könnt mir nichts schlimmeres vorstellen als nur kochen und Haushalt zu machen während der Mann das Geld verdient DX

    LG Mika

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    1. Gut, dass wir seit etwa 40 Jahren das recht haben, ohne die Erlaubnis des Ehemannes arbeiten zu gehen... mich schockiert das immer wieder, wenn ich das lesen muss.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Frauenarbeit

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  7. Ich liebe das Klischee typisch Mädchen! Mit Pink und Glitzer eckt man immer an.....aber die Mischung macht es.....Kochen nein danke, Spinnen und alte Musclecars ja bitte.....aber vielleicht in Pink mit Glitzer? *gg*

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    1. Ist das nicht eher "typisch Schattenwelt"? ;-)

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  8. Ach und schön dass du wieder da bist....Rechner wiederbelebt? Oder neuen adoptiert?

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    1. Mir ist leider kein Neuer zugelaufen, aber seitdem das Laufwerk abgestöpselt wurde, rattert er wieder fröhlich vor sich hin. :-)

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