Montag, 30. Januar 2012

Entscheidungen

xx

"Man sage nicht, das Schwerste sei die Tat; das Schwerste dieser Welt ist der Entschluß."
(Franz Grillparzer)

Manchmal fallen einem Entscheidungen sehr schwer. Oder man trifft sie gar nicht. Oder viel zu spät. Ich gebe zu, dass ich eine Entscheidung gerne herauszögere. Vor allem die, die diesen Beigeschmack des Endgültigen haben. Das liegt daran, dass ich - egal ob mit Kopf- oder Bauchentscheidungen - schon mit beidem schlechte Erfahrungen gemacht habe. Und am Ende stellt sich immer die Frage: Mache ich das Richtige?

Momentan quäle ich mich mit der Entscheidung herum, was nach dem Studium mit mir wird. Promotion? Raus aus dem Elfenbeinturm und rein ins Leben? Weit entfernt von allem, was ich kenne und liebe? Die ersten Bewerbungen sind schon raus und leider hat mir mein Favorit bereits abgesagt. Die Suche nach einer kreativen Herausforderung erweist sich doch als recht schwierig. Aber noch habe ich ein kleines Zeitfenster, in dem ich mich ausprobieren kann. Wie erging es euch zu diesem Zeitpunkt - auf der Suche nach dem ersten "richtigen" Job? Oder etwas anders gefragt: Wie klar habt ihr euer (Berufs-) Ziel vor Augen?

Kommentare:

  1. Mein Berufsziel ist eigentlich recht schwammig. Da ich letztes Jahr nicht an einer Kunsthochschule angenommen wurde, bzw. meine Bewerbungen im kreativen Beruf bis auf eine unbeantwortet blieben, habe ich nun dieses Jahr das Ziel erneut gefasst. Und wenns wieder nicht klappt...langsam gehn mir da die Plan B's aus. Aber solange ich Geld verdiene, wirds schon irgendwie über die Runden gehen.
    Was ich aus meinem Leben gelernt habe ist, was die Zielerreichung betrifft, dass ich ein "Treiber" bin. Ich lass mich irgendwie durch den Lebensstrom treiben, mach hier und da mal kräftige Schläge ins Wasser um die Richtung zu ändern, Hindernisse zu überwindinen, oder um irgendwo anzuhalten. Und irgendwie hat das bisher ganz gut funktioniert...
    Mir fällt nichts in den Schoß, aber irgendwie erreiche ich am Ende immer etwas, was ich zufrieden stellt. :)

    AntwortenLöschen
  2. ein richtig schönes, stimmungsvolles Bild!!
    ich kann auch ganz schlecht Entscheidungen treffen und schiebe alles so weit es geht weg von mir :D
    so leider auch mit der beruflichen Planung.. :\

    AntwortenLöschen
  3. Zugegeben habe ich mein zukünftiges Berufsziel mal gar nicht vor Augen und in meinen jetzigen Beruf bin ich eher reingerutscht als dass ich ihn mir selbst ausgesucht hätte.
    natürlich irgendwie stand er schon mit dem in Verbindung was ich mag aber andererseits ist da auch vieles dabei gewesen was ich noch nicht kannte ect. Mittlerweile hab ich mich reingearbeitet aber ob es mir wirklich super mäßig Spaß macht und ich das noch viele Jahre weiter machen möchte, weiß ich nicht.
    Zudem fehlt mir da glaube ich die nötige Interesse und die ist wichtig sonst kann ich den Job auch gleich an den Nagel hängen…

    Und die Zukunft in der Firma ist auch noch wage.
    Jetzt stellt sich für mich die Frage was tun. In einer anderen Firma im gleichen Berufsfeld weiterarbeiten?
    Oder doch studieren? Aber was? Ich tendiere ja sehr zu Fotografie aber dann müsste ich z.B. nach Berlin ziehen und dann sag ich hier allen lebewohl das ist hart. Aber davor müsste ich eh erstmal mein Fachabi machen.

    Naja ich bin gespannt wie das ganze am Ende des Jahres aussieht. Ob ich immer noch Festangestellte bin oder doch Arbeitslos / Schüler? xD Schüler, oh gott. haha

    AntwortenLöschen
  4. @Pete: Hört sich an, als wäre dein Plan keinen Plan zu haben. ;-) Ist natürlich mit einer Freiheit verbunden, die man bei einer verbissenen Karrierestrategie nicht hat. Ich wünsch dir jedenfalls viel Erfolg bei deinen Bewerbungen an der Kunstakademie. Vielleicht hast du ja mehr Erfolg als ich. Ich würds dir gönnen. ;-)

    @Earny: Danke! :-) Ich kann dich verstehen. Mich macht die Planung nun seit einiger Zeit ziemlich mürbe. Ich beneide jeden, der solche Entscheidungen einfacher treffen kann. :-/

    @Möhre: Es gibt einfach nichts wichtigeres, als zu wissen, was man will. Also, so wirklich will. Wenn du Fotografie studieren willst, musst du im Grunde nur wissen, was du dazu brauchst und was es dir bringen soll. Man könnte meinen, dass das doch ganz einfach ist. Und trotzdem grübelt man über die Möglichkeiten (oder die dadurch verlorenen Möglichkeiten) nach. Ich kann dich da wirklich verstehen. :-/
    Ich hoffe einfach mal für uns beide, dass wir am Ende des Jahres zurückblicken können und sagen, dass wir uns richtig entschieden haben. ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Solche Entscheidungen sind immer schwer und werden, auch wenn man schon im Job steckt, nicht einfacher. Mir wurde direkt nach dem Studium zunächst die Entscheidung abgenommen, weil ich das nehmen musste, was Geld brachte. Bei mir hat es sich mit viel Glück ja in eine gute Richtung entwickelt, aber trotzdem zweifle ich immer noch daran, ob ich denn jetzt schon da angekommen bin, wo ich beruflich hin will, oder nicht. Und zum Thema Promotion kann ich nur sagen: für eine Karriere in der Wissenschaft brauchst Du sehr großes Durchhaltevermögen und eine absolute Liebe zu dem, was Du tust. Die Bedingungen an den Hochschulen für Beschäftigte sind nämlich miserabel: riesige Konkurrenz, grundsätzlich nur Zeitverträge, schlechte Bezahlung und Massen an Überstunden ... Aber als Tipp: besorg Dir mal den aktuellen "Campus Ratgeber" von der Zeit, die haben dort gerade das Thema Berufseinstieg für alle Fächer. Der macht auch den Geisteswissenschaftlern wieder Mut. Ach ja, wenn Du magst, können wir uns auch gerne noch mal per E-Mail austauschen - habe jetzt wieder mehr Zeit und Muße ;) (Dann schreibe ich hier auch nicht solche Romane ...)

      Löschen
    2. Omg, die Antwortfunktion funktioniert. O__o

      Ich schreibe dir gerne morgen mal ne Email! :-) Aber wegen dem "Campus Ratgeber": Den hab ich schon gekauft. ;-) Und er ist wirklich gut, wenn natürlich auch nicht so ausführlich.

      Löschen
    3. Ja, sie funktioniert ;)
      Freue mcih auf Deine E-Mail, vielleicht komme ich Dir auch schon zuvor, habe heute Nachmittag mal ein bisschen Luft.

      Löschen
  5. Welch wunderschönes Bild. Hervorragend!

    Und mensch, mach dir bloß keinen zu großen Kopf. Ich habe den Eindruck, dass du extrem klug bist und sehr gut mit Herausforderungen deiner Umwelt umgehen kannst, was meines Erachtens wichtiger ist als genau zu wissen, was man will. Das heißt nämlich auch, dass man in der Lage ist, sich seinen Job spannend und kreativ auszugestalten und erstmal Sachen auf sich zukommen zu lassen um festzustellen, ob einem das überhaupt Spaß macht.
    Aber um deine Frage zu beantworten: bei mir war es so, dass ich auch gerne promoviert hätte, ich aber erst einmal praktische Erfahrung sammeln wollte und eigentlich auch eine Auszeit brauchte von diesem Studienalltag. Und in der Tat, ich gehe jetzt mit wissenschaftlichen Kontexten viel viel besser um und ich muss auch feststellen, dass die praktische Welt soviele schöne Gelegenheiten bietet, die eigenen Fähigkeiten zu fördern und einzubringen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt und reduzieren sich nicht (zumindest für mich als Geisteswissenschaftler) auf die Exegese von wissenschaftlichen Texten und erheben von Studien. Endlich kann ich Wirken und die Wirkung auch betrachten, was ein wirklich schönes Gefühl ist. Vielleicht machst du einen Schnupperkurs in die "Realität" und entscheidest erst dann, vielleicht findest du darüber auch ein Thema für eine Doktorarbeit :)

    Übrigens habe ich es endlich geschafft, dein Stöckchen zu beantworten. Ich war für einige Tage in Berlin und hab keine Zeit gefunden, deine tollen Fragen zu beantworten...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Extrem klug"? xD Das halte ich für sehr übertrieben, aber ich nehme dieses lieb gemeinte Kompliment einfach mal an und polstere damit mein Ego auf. =^___^=
      Aber ich bin auch zu dem Entschluss gekommen, dass mehr praktische Erfahrungen wohl zur Zeit für mich das beste sind. Und wer weiß, vielleicht machen wir beide ja doch noch irgendwann unsere Promotion. ;-)

      Löschen
  6. Unbedingt! Ich hab schon vor einer Weile ein Thema gefunden, dass in meinem Hinterköpfchen ein schönes Büchlein schreibt, es muss nur noch durch die Tastatur manifestiert werden ;)

    Und ich finde schon, dass du ganz schön clevere Beiträge und Gedanken aufbringst, die mich oft grübeln und nachdenken lassen. Die besten Voraussetzungen also, um die Promotion noch anzugehen! :)

    AntwortenLöschen
  7. Hihi. Ich frag mich, wie es dir heute mit deinen Entscheidungen geht? Das Schöne am Bloggen ist ja die Momentaufnahme und diese Markierung in der Zeit, das Zurückdenken ermöglicht. Hast du ein paar Erkenntnisse gesammelt seit deinem Kampf mit der Weggabelung?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hab mich aufgeteilt und bin einfach mehrere Wege der Gabelung gefolgt. xD Keine Ahnung, wie schlau das war, aber momentan fühle ich mich noch ganz wohl. :-) Aber du hast recht, es ist irgendwie interessant nochmal zu lesen, wie es Anfang 2012 stand. Das ist eines der schönen Dinge am Bloggen. :-D

      Löschen