Montag, 31. Oktober 2011

[Dokutip] Taste the Waste



Es gäbe so viele Gründe, ununterbrochen wütend zu sein. Wütend auf Konzerne und Politik. Wütend auf die Mitmenschen. Wütend auf sich selbst.
Der Dokumentarfilm "Taste the Waste" von Valentin Thurn, der über die unglaubliche Verschwendung von Lebensmitteln in Europa und Nordamerika berichtet, bietet einen der Gründe. Es ist einfach kaum zu fassen, dass völlig intakte Ware einfach weggeworfen wird, weil sie "nicht schön aussieht". Oder weil sie einfach in einer solchen Masse produziert wird, für die es hier eigentlich gar nicht genügend Konsumenten gibt. Dabei kommen die Lebensmitteln zum Teil auch aus Ländern, in denen die Menschen kaum genug Essen für sich selbst haben.
Und WIR unterstützen dieses Verhalten. Jeden Tag, bei jedem Einkauf im Supermarkt. Es bleibt uns kaum eine andere Wahl. Oder doch?

Vielleicht möchte sich ja jemand mehr informieren. Im Rahmen einer ARD Themenwoche kam vor einiger Zeit eine Dokumentation über das Thema. Ich vermute, dass es sich dabei um eine verkürzte Version von "Taste the Waste" handelt: Frisch auf den Müll: Die globale Lebensmittelverschwendung.

Kommentare:

  1. ein total wichtiger beitrag... ein paar freunde und ich gehen manchmal containern und kochen dann daraus schon ziemlich gute mahlzeiten. eine freundin von mir macht das sogar regelmäßig und macht daraus buffets für obdachlose (leider in dänemark, ich würd da gern mithelfen). ich finds ja viel unfassbarer,wie unbewusst, wie selbstsicher und wie unreflektiert leute mit ihrer unmittelbaren umgebung umgehen und sachen als selbstverständlich ansehen. ein ganz simples beispiel ist, als ich in irgend nem markt was kaufen wollte und der verkäufer mir ganz selbstverständlich ne plastiktüte für einen einzelnen gegenstand in die hand drücken wollte, obwohl ich einen stoffbeutel und n rucksack dabei hatte. ich hab ihm gesagt, dass es unnötig wäre und ich so einen kleinen beitrag zur umwelt leiste und da fängt er laut an zu lachen und meint, die tüte ist doch eh schon da. das die tüte dann aber eine weniger ist, die gebraucht wird und in diesen kreislauf gerät, hat er halt nicht gecheckt, weil man nicht über sein unmittelbares handeln hinaus denkt :(

    es ist ja nicht so, dass man selbst perfekt ist und sich quasi immer verbessern kann, leider gibts leute, die ab nem gewissen punkt aber einfach aufhören, für sowas offen zu sein ;/

    aber schöner beitrag!

    AntwortenLöschen
  2. Von der Doku habe ich schon mal gehört, aber sie bisher noch nicht gesehen. Das sind immer so Dinge die einen irgendwo zwischen Wut und schicksalsergebenem "wie soll ich als Einzelner was dagegen tun?". Klar man kann selbst anders konsumieren und sich anders verhalten, aber da steht man da und ist nur ein mini-winziges Rädchen in einer riesigen Maschinerie, die auch ohne dich super weiter läuft, weil ja eben genug mitmachen.
    Das ist halt die Kehrseite von der Möglichkeit, wenn man immer alles konsumieren kann. Klar ist das schön und angenehm, aber der Preis für diese Annehmlichkeit ist viel zu hoch. :/

    AntwortenLöschen
  3. ich finde nicht, dass die situation so ist, dass man ein "einzelner" ist, der gegen die ganze welt steht. einerseits funktioniert sowas wie aufklärung, wie diese doku z.b.

    mit deiner reaktion stehst du ja beispielsweise nicht allein da, es gibt viele andere, die, wenn sie das sehen, sich darüber auch aufregen und überlegen, was sie dagegen tun können. guck mal hier beispielsweise: http://www.wikihow.com/Dumpster-Dive

    ich meine, das ist nur eine form, um sich dagegen zu wehren. man kann auch schauen, woher das essen, das man kauft, kommt und zumindest über seinen konsum bestimmen, ob man jeden kram mitmachen muss.
    ich finde, eines der besten beispiele ist vegetariertum: früher haben immer alle gesagt, allein bringt das gar nix und nur weil einer kein tier mehr ist, bewirkt das noch gar nichts. und mit seiner meinung stand man ziemlich allein da. aber schaut man sich heute um, merkt man, wie unfassbar viele vegetarier und alle möglichen subkategorien es mittlerweile gibt. menschen, die bewusst bestimmen, was sie essen und wie sie mit ihrer umwelt umgehen. das find ich ziemlich beeindruckend. ja, es gibt immer noch viele tote tiere, aber mittlerweile gibts ne riesige bewegung, die auch ohne tier ziemlich prima gerichte zaubern kann! da sollte man nicht den mut verlieren und im gegenteil, vielleicht so einen beitrag wie raine posten, immerhin sind schon 2 leute am diskutieren! :)

    AntwortenLöschen
  4. total süßer bloh :)!!!
    ich folge dir mal!

    AntwortenLöschen
  5. Ich hab das Ganze auch mal auf mein Blog verfrachtet. Je mehr desto besser. ;)

    @blackholebird: Ich mein ja auch nicht, dass man den Kopf in den Sand stecken soll, aber es ist schon deprimierend. Ich glaube containern ist was, das ich nicht könnte, da sind zu viele antrainierte Verhaltensmuster im Weg, auch wenn ich sehe, dass es auf der Seite ja hilfreiche Tipps gibt.
    Hoffen wir einfach mal, dass das alles wirklich nur der Anfang ist und immer mehr Menschen sich solcher Probleme bewusst werden.

    AntwortenLöschen
  6. Ui, toll! Ich hatte neulich mal ein Interview mit dem Macher gesehen und fand das äußerst interessant. Allerdings waren mir die Dimensionen da schon bewusst, da ich das Thema doch sehr verfolge.
    Jedenfalls schau ich das jetzt. Danke! :)

    AntwortenLöschen
  7. Den Menschen die hinterfragen ist es eh bewusst, den anderen schlicht weg scheißegal.
    Meistens machen mich die Reaktionen auf Dinge die ich anderen sagen/zeigen/bewusst machen will nur total aggressiv bis traurig. Und bringen tut es irgendwie gar nix. Trotzdem muss man manchmal anderen was bissiges an den Kopf werfen und Monate später kommt ein Anruf: hab nochmal drüber nachgedacht was du gesagt hast.....bewirkt hat man ein Pups in der Landschaft. Und dann fragt mich jeder warum ich so Menschenverachtend bin....ich hab einfach zu hohe Erwartungen an die Menschheit.

    Aber danke für den Beitrag....dadurch weiß man wenigstens selbst das man auf dem richtigen Weg ist!

    AntwortenLöschen
  8. @blackholebird: Beim Containern ärgert mich immer wieder, dass es als "Straftat" gilt. Warum ist es ein Diebstahl, wenn man Lebensmittel mitnimmt, die schon offiziell weggeworfen wurden? Warum verschenken die Discounter nicht direkt diese Sachen? Notfalls mit nem Wisch, dass man sie nicht haftbar machen kann oder sonstwas. Aber die meisten schmeißen einfach lieber alles weg, bevor sie irgendetwas umsonst rausgeben. Profit und nachhaltiges, soziales Denken passen halt nicht zusammen.

    @Miss Temple: Ich weiß, was du meinst. Auch wenn man für sich selbst etwas ändert, steht man doch einer Masse gegenüber, denen es völlig egal ist, was um sie herum passiert. Es ist wie ein Kampf gegen Windmühlen. Trotzdem muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er lebt und ob er mit seinem eigenen Verhalten zufrieden ist. Denn das ist das einzige, was wir wirklich beeinflussen können: uns selbst. Das erscheint zwar nicht viel, aber für das eigene Leben sind die Entscheidungen für einen selbst doch am wichtigsten, oder? ;-)

    @Sonja: Das freut mich! :-D

    @Marco: Man hat das irgendwie immer im Hinterkopf, dass ja irgendwas mit den ganzen Lebensmitteln passieren muss, die im Supermarkt nicht verkauft werden. Auch wenn man das Thema nicht intensiver verfolgt. :-) Trotzdem ist es immer wieder ein Schock, wenn man dann die Bilder und Fakten dazu sieht. Und auf eine gewisse Weise auch ziemlich hilflos. :-/

    @Schattenwelt: Ich muss gestehen, dass ich auch immer wieder irritiert bin, dass die Gedanken, die einem selbst so wichtig oder existentiell erscheinen, anderen völlig egal sind. Zum Teil haben sie sich noch nie Gedanken dazu gemacht. Dann schwankt man immer wieder zwischen Zweifel an sich und dem Rest der Menschheit. :-/

    AntwortenLöschen
  9. Nun, ich denke zwar, dass man als allererstes nur sich selbst verändern kann (und wenn man das macht, ist es total wichtig, dass man es reflektiert im Einklang mit seinem Gewissen macht, so wird man sich selbst auch nichts vorwerfen können), aber, und das passiert mir ziemlich häufig, man hat gleichzeitig die chance, durch sein eigenes handeln Vorbild und Inspiration für andere zu sein. Vielleicht liegts daran, dass ich mit Kindern arbeite und diese dann oft nachfragen und das Eine oder Andere dann auch versuchen oder aufmerksam zuhören und sich dazu Gedanken machen. Oder mein uralter Freundeskreis, mit dem ich aufgewachsen bin. Viele kommen, ähnlich wie Schattenwelt das schon formuliert hat, auf einen zu und sagen, das man recht hatte und jetzt ähnliches versuchen.

    Nur sollte man sich eben im Klaren sein, dass man niemanden von jetzt auf gleich umstellen kann. Das sind Überzeugungen, die man, ehm sagen wir ähnlich wie bei "Inception" erst pflanzen muss und die im Kopf wachsen. Das dauert eine Weile. Was aber so depremierend ist, ist ja, dass man nur DAS sieht, was konträr zum eigenen Handeln steht und nicht das, was man erreicht. Schließlich kann man nur schwer geplanzte Gedanken entdecken, währen Gegenhaltungen einfach harte Realität ist.

    Ich würd mich aber nicht unterkriegen lassen. Ich verweise nochmal auf die vielleicht noch kleine Ressonanz auf Raines Beitrag, die doch aber schon eigentlich große Kreise zieht! Ja, das erreicht nur einen bestimmten, bewussten oder aufmerksamen Kreis an Leuten,aber immerhin mehr als nur eine Person.
    Die Frage ist viel mehr, was man noch alles machen kann, um darauf aufmerksam zu machen.

    Aber! nich so pessimistisch bitte :D

    AntwortenLöschen
  10. @blackholebird: Das Problem ist, dass man meist immer nur die Leute anspricht, die sich sowieso schon mit der Problematik beschäftigen. Ich möchte die Sache nicht pessimistisch angehen, aber ich kann trotzdem verstehen, wenn man über die Langsamkeit der Veränderungen etwas deprimiert ist. :-)

    AntwortenLöschen
  11. naja, ich finde nicht, dass man NUR diese leute anspricht. manche sind offen für kritik und wissen davon nichts. natürlich wird man nie alle erreichen, aber vielleicht muss man gerade da an den eigenen ansprüchen schrauben. ich komm z.b. gerade von nem kongress, wo 1200 suuuupermotivierte leute waren, die jetzt alle höchst inspiriert nach hause fahren und bereit sind, die welt zu verbessern. das ist zwar nochmal ein anderes thema, aber die sachen,die dort angesprochen wurden, waren bei vielen vorher noch nicht im geiste. jetzt zu sehen, dass man soviel erfolg mit durchaus sehr simplen methoden erzielen kann, motiviert mich schon, sowas weiter in die welt zu tragen und wegen mir auch als leuchtfeuer für interessenten zu dienen...

    AntwortenLöschen
  12. @blackholebird: Mh, ok. Vielleicht muss man es auch mal aus dieser Perspektive sehen. Es wurde ja auch schon viel erreicht und es geht stetig weiter. Das Wunder, dass es von heute auf morgen alles "ganz toll" wird, wird es wohl auch niemals geben. :-)

    AntwortenLöschen