Samstag, 16. Juli 2011

Der Müll in unserem Leben

Eigentlich sind wir jeden Tag in unserem Leben von "Müll" umgeben. Und damit meine ich nicht das Zeug, was in unseren Abfalleimern darauf wartet, irgendwann in eine größere Tonne entsorgt zu werden und irgendwann auf riesigen Halden endet.
Auch meine ich nicht den ganzen Müll, der unsere Gedanken blockiert, uns belastet und eigentlich nur Zeit und Bewusstsein raubt.
Ich meine das Zeug, dass wir in unseren Zimmern, Wohnungen, Grundstücken horten. Das, was wir aus lauter Konsumgeilheit um uns sammeln und überhaupt keinen Zweck erfüllt. Von dem wir uns nicht trennen können, obwohl es nur verstaubt.

Ich bin vor Kurzem auf Artikel von Menschen gestoßen, die sich dem "Minimalismus" verschrieben haben. Menschen, die beschlossen haben, nur noch mit "100 Dingen" zu leben. Es geht um Vereinfachung, um Flexibilität und um den Protest gegen das Massenkonsumverhalten, dass uns jeden Tag suggeriert wird.

Ich muss sagen, dass ich diese Lebensweise sehr erstrebenswert finde. Natürlich ist ein Leben mit "100 Dingen" kaum machbar. Schon allein, wenn ich an Bücher oder an Kleidung denke, würde ich viel zu schnell auf diese Anzahl kommen. Trotzdem bin ich sehr motiviert, dem ein wenig näher zu kommen. Viel zu viele Dinge in meiner Wohnung nutze ich kaum bis nie. Massenweise kleine Gegenstände, die eigentlich keinen Sinn mehr für mich erfüllen. Sobald mein Praktikum vorbei ist, möchte ich beginnen, radikal wegzuwerfen, zu verschenken oder zu verkaufen.

Dass ich es jemals schaffen werde, meinen ganzen Besitz in einem Koffer unterzubringen, glaube ich nicht. Aber ich glaube, dass es sehr erleichternd sein muss, wenn man den ganzen "Müll" losgeworden ist. :-) Was haltet ihr von dem Thema?

Hier noch ein paar Links:
- Zu viel Ballast?
- Nur 100 Dinge besitzen
- The 100 Thing Challenge

Kommentare:

  1. Vom Minimalismus habe ich auch schon gelesen und ich ebenfalls finde ich das sehr erstrebenswert. Ich will auch irgendwann mal dahin, dass ich nicht so sehr an Dingen hänge und auch nicht viele brauche. Dazu gehört aber neben dem Aussortieren auch das Einschränken des Kaufens. Ich reiß' mich seitdem fünf mal mehr zusammen und überlege immer, ob ich dies und jenes wirklich brauche. Finde es schlimm, dass dieses Konsumverhalten, dieses Haben-Muss-Gefühl bei manchen Sachen schon so extrem bei mir drin ist und auch bei meinem Umfeld. Denn viel zu oft ärgere ich mich (noch), wieder etwas gekauft zu haben, das ich eigentlich, wenn man genau darüber nachdenkt, gar nicht brauche.

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  2. Ist bestimmt eine gute Sache. Mein Zimmer jetzt (und auch meine WOhnung früher) ist recht minimal gehalten. Okay 100 Dinge schaffe ich niemals das habe ich ja schon alleine an Büchern und auch an Klamotten.

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  3. Ich hab auch schon von dem 100-Dinge-Konzept gelesen und find das sehr spannend. Wenns mans ganz genau nimmt 'braucht' man eigentlich wirklich sehr wenig. Und oft ist das 'Brauchen' einfach nur emotional besetzt. Eigentlich kauft man Gefühle, statt Dinge, also das Gefühl sich was Schönes zu Gönnen etc.
    Mir fällts mittlerweile immer leichter, zu verzichten, eben wenn ich mich frage, ob ich das Teil jetzt wirklich brauche.

    Ich finde Alternativen zum Kaufen wie zb. Büchereien oder Offene Bücherschränke oder Second Hand Läden und Tauschbörsen sollten noch stärker genutzt werden - weil vieles 'braucht' man nur kurzzeitig und es kann danach noch problemlos weitergegeben werden.
    Ist ja auch alles eine Frage der Ressourcen. Wir müssen uns nur von dem Gedanken verabschieden, das Besitzen glücklich macht..

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  4. Ich habe dazu auch schon was gelesen und gesehen. Finde es auch super interessant und würde manchmal auch gern weniger Sachen haben. Aber so ein bißchen Nippes brauche ich einfach um mich wohlzufühlen. Damit meine Wohnung auch meine Wohnung ist!

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  5. 100 Dinge.....ja wenn man die Kleidung, Schuhe, Taschen, Bücher weglässt?
    Also früher war ich immer ein absolutes Gegenteil von Minimalistisch. I'm a Barbiegirl in a Barbieworld......kennste ja die Schattenwohnung.
    ABER ich ramsche nicht so viel Neues dazu.
    Ausmisten ist Befreiung. Hab ich die Tage auch vor!
    Wieviel Scheiß man zusammenramscht in einem Leben merkt man wenn man die Wohnung eines Verstorbenen ausmisten muss. Wenn man mal bedenkt das es Menschen gibt die nur ein Paar Klamotten haben und in Lehmhäusern wohnen finde ich unsere Gesellschaft (vor allem Samstags in der Fußgängerzone) mehr als erschreckend.
    Aber wie mit allem:
    Bewusstsein schaffen ist gut, übertreiben muss mans nicht!
    Und in einigen Dingen, so komisch sich das wieder anhört, steckt ja auch ein Teil unserer Identität.

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  6. Naja, wer das unbedingt braucht. Ich finds arm, wenn ein Leben nur auf ein paar Festplatten und in ein paar Kisten passt. Wo ist denn da das Individuum erkennbar? Viel wichtiger ist doch die Frage, warum man einen Gegenstand besitzt, ist er nur Statussymbol, hat er einen Zweck, eine Bedeutung?

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  7. wow coole sache! ich habe ehrlich gesagt noch nie davon gehört, aber es hört sich verdammt gut an. ist mal eine gegenbewegung zum ewigen dasunddasunddas muss ich noch haben usw. find ich super. kann man durchaus versuchen, dem im alltäglichen leben mal näher zu kommen.

    toller blog, weiter so! (Y)

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  8. @nachtblau: Du machst also Individualität an materiellem Besitz fest? Also das finde ICH arm... Du glaubst gar nicht, wie reich man sich fühlen kann, wenn man wenig besitzt. Ich bin schon seit einigen Monaten dabei, meinen Besitz auf ein Minimum zu reduzieren und es ging mir noch nie so gut. Leider werde ich niemals auf nur 100 Dinge kommen, da alleine unsere Küchensachen schon das meiste ausmachen. Und mit irgendwas muss man ja auch kochen.
    Aber wirklich BRAUCHEN tut der Mensch so veschwindend wenig... Die meisten haben bloss das Gespür dafür komplett verloren.

    LG,
    I.

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  9. @Karo: Geht mir auch so. Ich merke immer wieder, wie sehr ich von Werbung oder vom Schwärmen von anderen beeinflusst werde und dann über Dinge nachdenke, die ich sonst nie kaufen wollen würde. Aber mittlerweile hab ich es besser im Griff. :-)

    @alais: Geht mir auch so. Aber mir persönlich gehts auch nicht wirklich, auf genau 100 Dinge zu kommen. Mir würde es vollkommen reichen, wenn ich mit jedem Gegenstand in meinen vier Wänden wirklich "zufrieden" wäre. Also, nichts mehr dabei ist, was ich einfach nur als überflüssig empfinde. :-)

    @taale: Ich finde auch, dass Bibliotheken, Second Hand Läden und Tauschbörsen eigentlich viel häufiger und besser genutzt werden sollten. Denn es ist auch keine Lösung, funktionierende Gegenstände einfach wegzuwerfen. Dann lieber verkaufen, tauschen oder verschenken.

    @Federkissen: Ich glaube, solange man etwas nicht als "Belastung" empfindet, hat jeder Gegenstand in seiner Wohnung auch seine Daseinsberechtigung. :-)

    @schatti: Es geht auch weniger darum, alles wahllos wegzuwerfen, bis nur noch ein Bett und ein zwei, drei Anziehsachen über bleiben. Jeder hat Hobbys, Andenken oder Geschenke, an die er hängt. Es geht nur darum, dass wir im Laufe der Jahre einfach Zeugs ansammeln, welches schlicht keinen Sinn und Zweck erfüllt. Dieser "Müll" macht auch nicht unsere Identität aus und auch keine Wohnung "einzigartig" oder "gemütlich". Er liegt nur rum und belastet und trotzdem schleppen wir ihn bei jedem Umzug mit, weil wir uns das einfach nicht bewusst machen. Sogesehen stimme ich dir zu: Bewusstsein schaffen ist gut, übertreiben muss mans nicht! :-)

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  10. @Josi: Es lohnt sich auf alle Fälle, hin und wieder über seinen vorhandenen oder zukünftigen Besitz nachzudenken. :-)

    @nachtblau + Anonym:
    Ich glaube, dass eure Ansichten gar nicht so unterschiedlich sind.
    Es geht schließlich darum, so wenig wie möglich, aber auch so viel wie nötig zu besitzen. Und mit nötig meine ich auch Gegenstände mit einem persönlichen Wert. Man sollte sich nicht an dieser Zahl "100" festhalten. Solange ein Gegenstand einen Wert und einen Zweck hat, hat er auch seine Daseinsberechtigung in euren vier Wänden. :-)

    Ich glaube jedoch auch, dass Individualität nicht von einem Gegenstand abhängig ist. Natürlich hat jeder seinen Stil und möchte es in seiner Wohnung persönlich und gemütlich haben. Aber ich glaube nicht, dass das von viel Krimskrams abhängig ist. Und wenn doch: Dann soll es so sein. Jeder darf und soll so wohnen und leben wie er möchte. Wäre ja noch schlimmer, wenn man das jemandem vorschreiben würde. :-)

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  11. Wo steht dass ich materiellen Besitz mit Individualität gleichsetze? Bullshit... aber das, was wir besitzen, sagt etwas darüber aus, was wir sind. Was ist wohl der Unterschied zwischen dem Designerschal für 300 € und dem selbstgestrickten? Jedes ist ein Gegenstand, aber was sagt er wohl über den Besitzer aus? Mal sehen ob du draufkommst, liebe(r) Anonym...

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  12. ....dann hab ich so Zeug gar nicht. Hab durch die vielen Umzüge ständig alles durchforsten müssen.
    Bei mir ists eher schräg weil meine Identität sehr facettenreich ist durch die ganzen durchlaufenen Subkulturen (Techno, House, Goa, Mittelalter, Wicca, Rollenspiel, Gothic)
    Dann kommen noch die verschiedensten Jobsparten dazu von Business Wear bis Sozpädschlotterlook.
    Mein Kleiderschrank ist ein Kuriositätenkabinett.

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  13. @nachtblau: Muss Kleidung immer etwas aussagen? Für mich hat Kleidung den Zweck, mich zu schützen und zu wärmen. Was ja nun auch der eigentliche Zweck ist. Es ist doch sowas von egal, was Menschen am Körper tragen. Sei doch mal ehrlich. Klar, gefallen müssen mir meine Sachen auch und bequem sein sowieso. Aber etwas aussagen? Ist doch Spielkram. Wenn es das nicht gäbe, wäre auch das Verhältnis unter den Menschen generell weniger angespannt, weil dieses Abgrenzungsdenken einfach nicht vorhanden wäre.

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  14. Gna, das war nur ein Beispiel, nimm meinetwegen den Inhalt des Bücherschranks oder was weiß ich.

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