Donnerstag, 24. März 2011

Träume

xx
"Trenne dich nie von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben."
(Mark Twain)


Träume besitzen wir alle. Doch wer kann schon von sich behaupten, seine Träume zu leben?

Ich befinde mich zur Zeit an einem Punkt, an dem ich mich frage, wieviel Zeit man eigentlich hat, um seine Wünsche zu verwirklichen. Wann muss ich beginnen, mich mit Tatsachen abzufinden?
So wäre ich wohl etwas spät dran, wenn ich noch vor hätte, Weltmeisterin im Turnen zu werden. Oder Schwimmen. Oder Was-weiß-ich.
Ausgelöst wurde diese Frage am letzten Wochenende, an dem ich bei einem Malkurs teilnehmen durfte. Stundenlang an einem Bild herumzuwerkeln, umgeben von Farbtöpfen und Pinseln, ist etwas wunderschönes! Mit Kunst in jedweder Form Geld verdienen oder davon gar leben zu können, empfinde ich als puren Luxus. Aber wäre das nicht wunderbar?

"Wehmütig grüßt der, der ich bin, den, der ich sein möchte."
(Søren Kierkegaard)


Leider wollte mich nach dem Abitur weder eine Kunstakademie noch eine Fachhochschule aufnehmen, so dass ich mich der Realität angepasst habe. Ich bin nun eigentlich sehr glücklich mit meinem Weg. Trotzdem überlege ich immer wieder, wie es hätte kommen können. Der Wunsch hält sich in meinem Unterbewusstsein sehr hartnäckig.

"Träume sind sehr bequem, sofern wir nicht gezwungen sind, sie in die Tat umzusetzen."
(Paulo Coelho)


Das letzte Wochenende hat mir nicht nur Spaß gemacht, sondern mich auch sehr verwirrt. Vor allem einige Worte der Künstlerin, die den Kurs hielt.
Hat man in seinem Leben doch mehr Versuche? Gibt es noch andere Wege, als sich der momentanen Realität zu ergeben?

Es ist sehr schwierig, naives Haben-wollen von realisierbaren Träumen zu unterscheiden. Abgesehen davon, dass sich meine Träume auch im stetigen Wandel befinden, so dass sich auch das Schreiben und Fotografieren zu ihnen gesellt haben. Und dass meine Vorstellung, als verschrobene Künstlerin mit fünf Katzen auf einem abgeschiedenen Hügel inmitten eines Inselparadieses monströse Tonfiguren zu kreieren, ein wenig abgehoben ist, hat sich auch langsam in meinem Kopf durchgesetzt.
Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen!


"Phantasie ist etwas, was sich manche Menschen gar nicht vorstellen können."
(G. Laub)

Kommentare:

  1. Vielleicht ist es gar nicht die Frage ob etwas seinen Platz in der Realität hat sondern eher die Frage, ob wir etwas einen Platz in unserer Realität einräumen, das uns wichtig ist.

    Ich weiß nicht wie alt du bist, ich weiß nicht, was du beruflich machst. Aber ich weiß wie alt ich bin und das ich letztes Jahr an einem ähnlichen Punkt war, wie du jetzt.

    Und ich kann dir aus Erfahrung sagen: Wenn du deine Wünsche unterdrückst und dich zu sehr anpasst, dann wirst du nicht glücklich werden. Du wirst dir nur einreden können glücklich zu sein.

    Gerade Kunst ist doch etwas, das sicherlich nach Regeln und Normen gewertet wird. Aber Kunst ist auch etwas individuelles. Wieso also nicht einfach den Stier bei den Hörnern packen und anfangen?

    Wie sagte noch ein "weiser" Mensch vor nicht all zu langer Zeit zu mir: "Versuchen und Hoffen dauert viel länger, als es einfach zu tun!"

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  2. @Tintagel: Danke für deine Antwort!
    Du hast schon recht. Nur leider lässt die Realität nicht immer zu, dass wir "alles" machen können. Man muss viel beachten und in diesem Fall ist es leider die finanzielle Seite. Und so schön Träume sein können, diese Seite muss man leider dabei beachten. :-(

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  3. Oh, das kenne ich gut, das man gerne noch etwas anderes machen würde.... Ich denke auch ständig darüber nach, wie es wäre einen Beruf mit Tieren auszuüben. Aber in meinem Alter kann ich das wohl schon wieder vergessen :-( Da würde sich ´ne Umschulung nicht lohnen.. Obwohl das ja eigentlich bescheuert ist, schließlich lebt man nur einmal und sollte dann eigentlich auch das machen, woran man Spaß hat. Aber leider weiss man meist nicht früh genug, was man beruflich wirklich machen möchte und entscheidet sich dann für irgendetwas....

    So, jetzt ist aber gut, sonst fang ich gleich noch an zu weinen ;-)

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  4. @Angel for Animals: Aber ich verstehe das. Es ist ein Kampf zwischen Verstand und Bauchgefühl. Man grübelt über Ausbildung, Umschulung, sonstwas nach und wägt das Risiko ab. Schließlich kann man ja nicht "einfach anfangen". Und während man mit sich ringt, verstreicht die Zeit. :-/

    Aber du wärst doch perfekt in einem Beruf mit Tieren. Oder vielleicht eher _für_ Tiere! :-)

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  5. Aber in so einem Beruf Geld zu verdienen ist ja auch eher schwierig... Und im Zoo arbeiten ist ja irgendwie auch nicht so toll, da ich ja prinzipiell gegen Zoos bin. Da bleiben nur noch Tierheime, und die meisten arbeiten mit ehrenamtlichen Mitarbeitern...
    Da bleibt einem dann nur noch die Freizeit für...

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  6. @Angel for Animals: Mh, vielleicht gäbe es da noch mehr Möglichkeiten. Zum Beispiel einen Gnadenhof eröffnen. ;-)
    Es wäre jedoch sicherlich kein Berufsweg, um reich und berühmt zu werden. Aber vielleicht ist eine innere Zufriedenheit ja erstrebenswert genug.
    Wo wir wieder beim "Kampf zwischen Verstand und Bauchgefühl" wären. :-/

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  7. Mist jetzt hab ich hier voll viel abgetippt und weg isses. Also nochmal (so ähnlich):

    Die Gedanken kenn ich. Traum und Realität können oft sehr weit auseinader preschen. Und mit der Berufswelt kämpf ich schon fast 10 Jahre, deshalb wechsel ich wohl auch jährlich.O_o Wunschberufe sind unerreichbar. Ich würde gerne Schweißen und Metallskulpturen machen. Ein bohemes Künstlerleben mit nem Katzengnadenhof hätt ich auch gerne, am Meer am besten. Realität ist, man wurschtelt sich irgendwie durch, mit Stressjob, jeden Euro rumdrehen und für Kunst bleibt auf der Strecke weil man kaum noch Muse hat und nur noch schlafen will. Doch ich halte mich an dem Satz fest den ich letzt gebloggt habe:
    Gefällt dir etwas nicht, dann ändere es.
    Kannst du es nicht ändern, ändere deine Einstellung.
    Jammere nicht.
    (Maya Angelou)
    Ich denke die eigentlich Lebenskunst liegt darin die Realität zu schätzen und die Träume so gut es geht zu integrieren. Damit ist man dann wohl bis ans Lebensende beschäftigt. Und das das leben gar nicht so lang ist wie man denkt, wird einem auch jeden Tag klarer. Umso wichtige Dinge anzupacken ^___^

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  8. Hey,
    Wir haben da letztens in der Uni noch drüber gesprochen. Um so älter man wird um so mehr sinkt die Anzahl der Möglichkeiten, was man alles tun kann im Leben. Ich bin eigentlich auch der Meinung, dass man immer das verwirklichen sollte, wo man Lust drauf hat! ABER dennoch kann man das einfach nicht immer, sei es nur weil zu wenig Geld da ist. Es gibt wahrscheinlich nicht viele Menschen, die wirklich alles verwirklichen, wovon die geträumt habe. Ich glaube das Problem ist auch, dass diese ganzen Lebensweisheiten und Aphorismen, die man immer so mag einen ein bisschen in Watte einpacken und die Realität anders aussieht.
    Aber Kopf hoch- Auch ohne Kunststudium kannst du doch die verschrobene Katzenfrau werden, die Tonskulpturen formt, oder? ;)

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  9. @Schatti: Der Spruch ist wirklich gut. Ich glaube, alles ist besser, als über nicht erreichbare Ziele zu jammern. Notfalls, indem man sie neu betrachtet und sie so umformt, dass sie wieder erfüllbar sind. Aber noch wichtiger ist es, Dinge zu tun, als nur über sie nachzugrübeln. Auch wenn man scheitert. :-)

    @Julia: Ja, natürlich kann ich das!! Aber nur, wenn ich reich heirate, tagsüber als Pizzalieferant arbeite oder einfach mit Würde verhungere. :-)
    Und hin und wieder muss man sich die Welt ein wenig in unrealistische Watte packen. Denn wann man das nicht machen würde, wüsste man, über was für Luxusprobleme wir hier eigentlich jammern. Man müsste viel glücklicher sein mit dem, was man hat, und froh sein, wieviele Möglichkeiten uns offen stehen im Gegensatz zu Menschen in anderen Ländern. Vor allem Frauen in anderen Ländern. Aber seine eigenen Gefühle kann man halt manchmal nicht verdrängen und sie der Realität angleichen. :-/

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