Montag, 8. November 2010

Verbot von Heilpflanzen?

Bei einer Bloggerin habe ich folgendes gelesen:
"[...] Ab April 2011 soll das Gesetz für Nahrungsergänzungsmittel und Heilkräuter (THMPD - Traditional Herbal Medical Product Directive) EU-weit durchgesetzt werden.
Das bedeutet:
Die auf Teemischungen basierende Kräuterheilkunde wäre dann wahrscheinlich um die Hälfte der dort eingesetzten Kräuter beraubt, da es wenig "wissenschaftliche Forschung" über gebräuchliche, einheimische Kräuter gibt und diese dann ohne aufwändige Forschung keine Zulassung als Arzneimittel bekämen.
Fast alle chinesischen und ayurvedischen Heilpflanzen und ein guter Teil der europäischen Heilpflanzen sollen mit dieser EU-Novelle verboten und aus dem Handel genommen werden.
Die Gründe liegen auf der Hand: Die Pharmaindustrie hätte die Naturheilkunde "Schachmatt" gesetzt und könnte diesen wachsenden Markt für sich übernehmen.[...]"

Laut diesem Gesetz werden anscheinend alle Naturstoffe, denen man eine heilende Wirkung zuschreibt, nicht mehr zu den Lebensmitteln, sondern zu den Arzeneimitteln gerechnet werden.
Da ich zur Zeit selbst wieder mal erkältet bin und mich hauptsächlich von Kräutertees, Ingwer und Salbei ernähre, frage ich mich natürlich eines:
Wird Pfefferminze nun rezeptpflichtig? *Ironie*

Ich weiß noch nicht genau, was ich von diesem Gesetz halten soll und werde mich weiter informieren.
Da jedoch die Mitzeichnungsfrist für die Petition ("Arzneimittelwesen - Keine Umsetzung des EU-Verkaufsverbotes für Heilpflanzen vom 20.09.2010") am 11.11.2010 abläuft, wollte ich schon einmal darüber schreiben, falls euch das Thema ebenfalls interessiert.

Generell finde ich ein Verbot von Heilpflanzen schlecht. Inwieweit die Pharmaindustrie dort ihre Finger im Spiel hat, um sich Vorteile daraus zu erhoffen, weiß ich nicht.
Jedoch folgender Abschnitt in einem Blog macht mir etwas zu schaffen:
"[...] Oder ein Betrieb muss für die Zulassung der Heilmittel mit Kräutern nachweisen, dass sein Produkt seit mindestens 30 Jahren sicher und effektiv angewendet wurde, 15 Jahre davon in der EU. Eine grosse Hürde die nicht jeder erfüllen kann. Neue und innovative Produkte oder Heilmittel die aus China, Indien, Japan oder sonst wo ausserhalb der EU kommen und die keine sichere Vergangenheit in der Anwendung innerhalb der EU nachweisen können, bleiben vom Markt.

Viele traditionellen Kulturen verwenden auch nicht-pflanzliche Produkte, wie Stoffe aus tierischer Herkunft und Mineralien. Diese sind per Richtlinie verboten. Das heisst, den EU-Bürgern wird traditionelle Medizin aus fernen Ländern entzogen, können sie nicht mehr für sich wählen.[...]"

Es ist doch nur von Vorteil, auf Sicherheit und Effektivität eines Heilmittels zu achten, oder? Auch, dass man in der EU keine Nashorn-Hörner, etc. bekommt, nur weil irgendwelche Wahnsinnigen glauben ihre sexuelle Potenz damit steigern zu müssen/können, finde ich nicht schlecht!

Da meine Überlegungen und Informationen nicht unbedingt richtig sein müssen, würde ich mich natürlich über Kommentare freuen.

Informationen findet ihr unter anderem hier:
blogs.taz.de
zentrum-der-gesundheit.de
med1.de
alles-schallundrauch.blogspot.com

Kommentare:

  1. Es geht ja auch darum, dass so z.B. Stoffe aus der traditionellen chinesischen Medizin verboten werden würden. Die ist Jahrhunderten erprobt - ganz ohne EU.
    Ich hab die Petition gegen dieses Verbot heute unterschrieben. Ich möchte gerne weiter auf Naturheilmittel zurückgreifen können, ohne mich da einschränken zu müssen. Dass so ein Murks wie tierische Stoffe weiterhin verboten bleiben, finde ich aber natürlich gut.

    Du hast jetzt auch eine Bücherliste hier - nett :)

    Viele Grüße,
    Eilan

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  2. Wer braucht schon Johanniskraut und Baldrian wenn er Valium hat. O_o
    Also ich frag mich sowieso was diese ganzen Scheißverbote sollen. Warum kann nicht jeder selbst entscheiden was er macht? Warum führen wir nicht gleich den Hexenhammer wieder ein? Kräuter sind doch eh Teufels Werk oder?

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  3. @Eilan: Ich glaube auch, dass man die freie Verwendung von Naturheilmitteln nicht einfach so stark einschränken darf. :-)
    Aber vielleicht finden alternative Heilmittel ja dann auch bei Krankenkassen mehr Akzeptanz, wenn man sie lizensiert und als Arznei einstuft?
    Irgendwie suche ich noch die Begründung dafür, warum man dies überhaupt beschließen will. Ok, vielleicht ist es ein Vorteil für die Pharmakonzerne. Aber vielleicht steckt ja doch mehr dahinter. Ich hab ja noch 2-3 Tage, um mich zu entscheiden. :-)

    Und ja, ich fand bei dir ja schon die Idee gut, die Bücherliste einzuführen! Und wie ich sehe, hast du zur Zeit eine sehr gute Buchwahl getroffen. ;-)

    @Schatti: Frag ich mich auch immer wieder! Ich würde alternativ auch noch die alte Hammer-auf-Kopf Methode vorschlagen. ;-)
    Ich finds auch übertrieben, komplett die Heilkräuter "verbieten" zu wollen. Wobei ich natürlich hoffe, dass so "Standartmittelchen", die man in jeder Drogerie erhält, nicht davon betroffen sein werden. Aber das ist es gerade: Für mich ist das noch sehr undurchsichtig, was genau die nun eigentlich verbieten wollen. Ab wann hat ein Heilkraut eine "nachweisbar heilende Wirkung"?

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  4. Über Smokey Eyes hab ich auch nachgedacht, aber meine Schminkversuche in die Richtung sahen bis jetzt echt eklig aus ;) Meine Schwester schafft das gut an mir - die ist an dem Abend aber leider 70km weit weg.
    Ich hab auch Angst, dass es dann wirklich zu düster aussieht *hihi*

    Mit Heilpflanzen kenn ich mich so gar nicht aus, aber dieses Gesetz klingt mehr als merkwürdig, finde ich ...

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  5. @Carolin: Da hilft wohl nur üben. :-) Gibt ja im Internet auch einige gute Anleitungen für sowas.
    Aber im Grunde musst du dich wohl fühlen und wenn du deine smokey eyes als "eklig" empfindest, dann wird es auch nich das richtige für einen besonderen Tag sein!

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