Dienstag, 27. Juli 2010

[Rezension] Margot Rühl (Hrsg.) - Berufe für Historiker

Quelle

Inhalt:
„Und? Was macht man damit nachher?“
Diese Frage müssen sich Geisteswissenschaftler hin und wieder von Verwandten, Bekannten und manchmal auch wildfremden Menschen gefallen lassen, wenn das Gesprächsthema auf den nahenden Studienabschluss kommt.
Für Historiker wird diese Frage nun in „Berufe für Historiker“ beantwortet. Zwölf ehemalige Geschichtsstudenten erzählen von dem Weg zu ihrem 'Traumberuf'. Dabei fällt auf, dass es sie nicht immer in „typische“ Berufe verschlagen hat, wie in ein Museum oder in ein Archiv. Auch die Finanzwirtschaft, Unternehmen und Zeitungen bieten Jobs und Aufstiegsmöglichkeiten für Historiker.

Meinung:
Ich habe mir das Buch vor einiger Zeit gekauft, um ein paar Antworten auf die ewige Frage „was man mit Geschichte eigentlich machen kann“ zu finden. Geisteswissenschaftler haben die Möglichkeit, in sehr vielen Bereichen zu arbeiten, so dass es kein genaues Berufsbild gibt. Das Buch beweist dies ziemlich anschaulich.
Die zwölf Historiker beschreiben ihre beruflichen Lebenswege und wie es sie in die verschiedensten Berufe verschlagen hat.
Leider hat es mir kaum weitergeholfen.
Das Buch zeigt nämlich nicht nur, dass man auch in für Historiker abwegigen Berufen Fuß fassen kann. Es zeigt leider auch, dass bei einigen einfach nur Glück und Zufall zu ihrem 'Traumberuf' führte.
Bei einer Person wurde zufällig die begehrte Stelle zum richtigen Zeitpunkt frei, bei einer anderen half nur langes, langes Warten.
Zudem wird nicht immer deutlich, warum gerade ein Geschichtsstudium wichtig für den angestrebten Beruf war. Und gerade das würde ich mir doch bei einem solchen Buch wünschen.
Trotzdem erhält man in dem Buch Einblicke in einige interessante Berufe und findet auf den letzten Seiten ein paar Literaturhinweise zur Eigenrecherche.
Und es macht Mut, dass jeder Mensch seinen Weg finden und gehen kann. Manchmal mit Ehrgreiz und harter Arbeit. Und manchmal auch mit ein wenig Glück.

Bewertung: ✭✭✰✰✰

Kommentare:

  1. Die Frage wird mir als Archäologin auch immer gestellt. Und ich kenn auch bedingt durchs Studium einige Historiker bzw. bei den Magistern Ur- und Frühgeschichtler, die als zweites HF Geschichte hatten. Es ist nicht immer einfach in unseren Kreisen :) Allerdings will ich in der Forschung bleiben, vielleicht auch an der Uni. Soviel steht schonmal fest. Aber was das Leben tatsächlich bringt - das wird man erst sehen ^^

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  2. @Hikari: Ich finde, Archäologie hat immer so einen "Oha!"-Effekt. Da taucht in der Phantasie Indiana Jones auf und erforscht geheime Tempel und Höhlen. Bei dem Wort Geschichte seh ich meist nur skeptische Blicke, weil die Leute an ihre Schulzeit zurückdenken müssen. ;-)
    Falls du also mal alte Burgen und Klöster ausgraben gehst, denkst du doch hoffentlich an mich! xD

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  3. Naja da das ja leider nix zu tun hat mit Indy ist der Vergleich auch immer ein wenig doof ;) Manchmal können Leute auch einfach gar nichts damit anfangen und es kommen Sätze wie: "Ach, es gibt noch was auszugraben???" oder "Achso, Dinosaurier, ja?" AHHHHHHHHHHHHHRGHS!

    Aber klar, dann denk ich an Dich ;) Geht denn Mittelalter in Deine Richtung? Oder hast Du mal Alte Geschichte gemacht, oder eher Mittlere/Neuere?

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  4. @Hikari: Mittelalter. Ich hab zwar auch Kurse in Alter und Neuer/Neuster Geschichte belegt, aber Mediävistik ist mein Schwerpunkt. :-)

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